Wildunfall – was tun und wer zahlt?

03.08.2017 von Deniz Wölk

Wildunfall und Kfz-KaskoVor einem Wildunfall ist keiner sicher. Gerade auf ländlichen Straßen kommt es immer wieder zu Unfällen mit Wildtieren. Doch wer zahlt im Falle eines Falles und was ist zu tun?

Einen Unfall am besten vermeiden

Auf ländlichen Straßen sollte erhöhte Vorsicht geboten sein. Insbesondere in der Morgen- oder Abenddämmerung kann es vorkommen, dass Rehe oder andere Wildtiere auf der Straße stehen oder diese überqueren möchten. Es sollte deshalb eine angemessene Geschwindigkeit und ein ausreichender Abstand zu anderen Autos eingehalten werden, um notfalls bremsen zu können. Kommt es zu einer Gefahrensituation, ist es ratsam, das Fernlicht auszuschalten und die Hupe zu betätigen, um das Wild zu vertreiben. Ist dies nicht möglich, sollte eine gezielte Kollision einem riskanten Ausweichmanöver vorgezogen werden.

Nach einem Wildunfall muss die Unfallstelle abgesichert und die Polizei verständigt werden. Diese nimmt den Unfall auf und verständigt den Förster, um das verletzte oder tote Tier zu bergen. Er kann zudem eine Bescheinigung ausstellen, die den Unfall als Wildunfall bestätigt. Diese Unterlagen sind für die Versicherung wichtig, um den Schaden regulieren zu können.

Welche Versicherung zahlt bei einem Wildunfall?

In der Regel kann der Schaden über eine Kfz-Versicherung abgerechnet werden. Hierzu muss allerdings erwiesen sein, dass es sich um einen Wildunfall handelt. Der Beweis ist vom Versicherten zu erbringen. Vorgelegt werden müssen die Bescheinigung des Försters, dass es sich um einen Wildunfall handelt und der Bericht der Polizei. Manche Versicherungen schicken einen Gutachter, um einen möglichen Versicherungsbetrug auszuschließen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, mögliche Beweise am Fahrzeug von der Polizei sichern zu lassen. Hierbei kann es sich um Haarreste und die Dokumentation des Unfallhergangs handeln. Der Kadaver des Tieres ist ebenfalls ein Beweis. Hilfreich sind auch Zeugen, die bestätigen, dass der Unfall unvermeidbar war.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für Wildschaden nicht zuständig. Sie übernimmt keinerlei Kosten für die Reparatur des Fahrzeuges. Der Schaden muss über eine Voll- oder Teilkasko-Versicherung abgerechnet werden.

Keine Erhöhung der Beiträge in der Teilkasko-Versicherung

Wird ein Wildunfall über eine Teilkasko-Versicherung abgerechnet, hat dies den Vorteil, dass die Beträge für die Versicherung nicht ansteigen. Allerdings muss beachtet werden, dass die Teilkasko-Versicherung nicht alle Tierarten abdeckt. Sie zahlt nur bei Unfällen mit Haarwild, z.B. mit einem Reh, Dammwild, Hasen oder einem Eichhörnchen. Wird der Aufprall allerdings erst durch ein Ausweichmanöver verursacht, zahlt die Versicherung gar nicht. Werden die Kosten der Reparatur für das Fahrzeug von der Teilkasko-Versicherung übernommen, erhöhen sich die Beträge dadurch nicht.

Die Vollkasko-Versicherung fordert höhere Gebühren

Ist eine Abrechnung über die Teilkasko-Versicherung nicht möglich, muss die Vollkasko-Versicherung in Anspruch genommen werden. Diese zahlt für Wildunfälle mit jeder Tierart, Einschränkungen existieren nicht. Allerdings wird nach der Inanspruchnahme der Vollkasko der Versicherungsbetrag erhöht und auch die Schadenfreiheitsklasse ändert sich.

Die Versicherung übernimmt die Kosten, die mit dem Unfall zusammenhängen. Dazu zählt die Reparatur des Wagens. Sollten die Kosten der Reparatur den Fahrzeugwert übersteigen, werden die Kosten nur in Höhe des Fahrzeugwertes erstattet. Des Weiteren werden Abschleppkosten übernommen, wenn das Fahrzeug nach dem Aufprall nicht mehr verkehrstüchtig ist. Die Kostenübernahme für einen Leihwagen nach einem Wildunfall ist nicht in jeder Vollkasko-Versicherung enthalten. Die genauen Konditionen sollten deshalb vor Inanspruchnahme im Versicherungsvertrag nachgesehen werden.

Liegt keine Vollkasko-Versicherung vor, müssen in gewissen Fällen die gesamten Kosten selbst getragen werden. Ein Rechtsanspruch gegen den Förster oder die Stadt besteht nicht. / Fotoquelle: fotolia.de / © Fotoschlick