Netzgebühren lassen Gaspreise steigen

04.12.2012 von Sonja Hess

GaspreisIn Deutschland herrscht mittlerweile eine Kultur der kontinuierlichen Preissteigerungen. Während die Inflationsrate auch im kommenden Jahr voraussichtlich bei zwei Prozent liegen wird und damit Güter des täglichen Lebens ein Stück weit teurer werden, müssen sich Verbraucher im kommenden Jahr auch auf saftige Preissteigerungen beim Gas einstellen. Dabei ist Gas an sich nicht teurer geworden, sondern die Netzgebühren.

Eingeführte Netzgebühren verteuern den Gaspreis

Laut Prognosen des Preisvergleichsportals Verivox werden die Preise für Gas durchschnittlich um zehn Prozent angehoben werden. Gleichzeitig rechtfertigen sich einige unabhängige Gasversorger damit, dass sie keine Schuld treffe, vielmehr läge die Schuld bei den Netzbetreibern. Der Chef des unabhängigen Hamburger Gasversorger „Lichtblick“ sagte der Tageszeitung „DIE WELT“, dass die Betreiber der deutschen Netze, über die das Gas an den Endverbraucher weitergeleitet wird, ihre Gebühren für das nächste Jahr um bis zu 35 Prozent anheben wollen. Um sich vor der Pleite zu bewahren, können Gasversorger nicht anders handeln, als wenigstens einen Teil der Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. „DIE WELT“ sieht den Grund für die Anhebung der Netzgebühren hauptsächlich in der Gier großer Netzbetreiber. Diese versuchen, so „DIE WELT“, ihre geringer werdenden Gewinne aus dem Geschäft mit fossilen Kraftwerken durch höhere Abgaben für die Nutzung ihrer Gasnetze zu kompensieren – auf dem Rücken der unabhängigen Gasversorger und damit zulasten der Verbraucher.

Auch Fehlplanung einiger Gasversorger trägt Schuld am Preisanstieg

Allerdings trifft die Annahme, dass der Einkaufspreis von Gas für die Versorger konstant bleiben wird, nicht voll zu. Die Preissteigerungen lassen sich nicht eindeutig auf die höheren Netzgebühren zurückführen. Zwar sind die Preise für die Gasversorger insgesamt stabil geblieben, allerdings konnten davon längst nicht alle Anbieter profitieren. Während einige Versorger Gas nur auf dem Spotmarkt zu aktuellen Konditionen kaufen, haben sich andere mit Dauerschuldverhältnissen langfristig an ihre Lieferanten gebunden. Von den zuletzt gesunkenen Preisen auf dem Einkaufsmarkt konnten somit längst nicht alle Gasversorger profitieren. Letztgenannte legen dann einfach die höheren Kosten auf ihre Kunden um, was zu einem Anstieg des Gaspreises führt. Noch ist jedoch nicht klar, wie die Preise der einzelnen Gasversorger für das nächste Jahr aussehen werden. Erst Mitte November sind diese verpflichtet, ihre Tarifanpassungen endgültig bekannt zu geben. / Fotoquelle: fotolia.de / © Sergej Toporkov