Private Krankenversicherung Lexikon

Aussteuerung

Aussteuerung bedeutet den Übergang von einem höheren in ein niedrigeres Unterstützungssystem. In der Krankenversicherung bedeutet dies beispielsweise, dass das Krankengeld ausläuft. Laut § 48 Abs. 1 SGB steht zwar jedem Versicherten das Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit zeitlich unbegrenzt zu, handelt es sich jedoch während der kompletten Zeit der Arbeitsunfähigkeit um dieselbe Krankheit, ist das Krankengeld lediglich begrenzt für die Dauer von 78 Wochen innerhalb eines Zeitraums von 3 Jahren zu gewähren. Bei

Diagnose

einer anderen Erkrankung besteht erneut ein Leistungsanspruch von 78 Wochen bei Arbeitsunfähigkeit.

Bei Überschreitung der 78-Wochen-Frist erfolgt ein Wechsel aus der Arbeitsunfähigkeit in die Minderung der Erwerbsfähigkeit, was die sogenannte Aussteuerung bezeichnet. Nach dieser Frist zahlen gesetzliche Krankenversicherungen in der Regel kein Krankengeld mehr und weisen auf die entsprechend zuständigen Rentenversicherungen hin.

Bei den privaten Krankenversicherungen ist das Prinzip der Aussteuerung seit über 25 Jahren abgeschafft, lediglich die

Krankentagegeldversicherung

hat einen bestimmten Leistungszeitraum für die Übernahme von Leistungen. Generell übernimmt die private Krankenversicherung im Falle der Arbeitsunfähigkeit alle anfallenden Kosten sowie die Beiträge der Arbeitslosenversicherung.


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