Private Krankenversicherung Lexikon

Elterngeld PKV

Zur Unterstützung bei der Sicherung der Lebensgrundlage von Familien mit kleinen Kindern wird Elterngeld als Entgeltersatzleistung gezahlt. Das Elterngeld geht über die Zeit des Mutterschutzes hinaus und wird in Deutschland für 12, maximal für 14 Monate gezahlt.

Im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) ist unter § 1 der Kreis der Berechtigten festgelegt.

Nach § 1 Abs. 1 BEEG hat Anspruch auf Elterngeld, wer:
  • einen Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat,
  • mit seinem Kind in einem Haushalt lebt,
  • dieses Kind auch selbst betreut und erzieht,
  • keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausübt.


Nach § 1 Abs. 2-7 BEEG kommen weitere Anspruchsrechte hinzu:
  • vom Tag der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats
  • das Elterngeld kann bis zu 3 Monate rückwirkend gezahlt werden
  • das Elterngeld wird bis zu 12 Monate gezahlt (unter den Partnern frei aufteilbar zzgl. 2 Partnermonate)
  • Alleinerziehende mit alleinigem Sorgerecht können 2 Partnermonate zusätzlich beanspruchen
  • der Bezugszeitraum kann verdoppelt werden, wenn monatlich nur die Hälfte in Anspruch genommen wird
Die Höhe für das Elterngeld ergibt sich im Einzelnen nach §§ 2 ff. BEEG:
  • Maximal 67% des wegfallenden bereinigten Nettoeinkommens bis zur Höhe von 1.800 Euro pro Monat.
  • Grundlage ist das durchschnittliche Einkommen des Antragstellers aus den letzten 12 Monaten vor dem Monat der Geburt. Ein Wechsel in eine günstigere Steuerklasse zur Erhöhung des Nettoeinkommens ist jederzeit vor Antragstellung möglich.
  • Zum Nettoeinkommen vor der Geburt wird auch das Arbeitsentgeld bei Beschäftigungsverboten gezählt, aber nicht ALG-II,

    Arbeitslosengeld

    , Kurzarbeitergeld, ausländische Entgeltersatzleistungen, Wohngeld, Sozialhilfe,

    Haushaltshilfe

    der Krankenkasse, Renten, Stipendien, BAföG, Krankengeld und Saison-Kurzarbeitergeld.
  • Für Geringverdiener ist eine höhere Elterngeld-Summe als 67% festgelegt. Bei einem Einkommen unter 340 Euro beträgt das Elterngeld 300 Euro.
  • Für Eltern ohne Einkommen gibt es ein 12-monatiges Mindestelterngeld von 300 Euro, welches nicht mit anderen Sozialleistungen wie ALG-II verrechnet wird.
  • Bei stundenweiser Reduzierung der Arbeitszeit darf dieses Teilzeit-Arbeitsverhältnis 30 Stunden pro Woche nicht überschreiten, sonst verfällt der Anspruch auf Elterngeld.
  • Teilzeitbeschäftigte, die während der Elternzeit maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten und in dieser Zeit über 2.770 Euro verdienen (Bemessungsgrenze), erhalten 12 Monate lang 300 Euro Elterngeld.
  • Teilzeitbeschäftigte, die während der Elternzeit maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten und in dieser Zeit unter 2.770 Euro (Bemessungsgrenze) verdienen, erhalten 67% des Einkommensausfalls.
  • Wer neben dem Neugeborenen ein Kinder unter 3 Jahren, 2 Kinder unter 6 Jahren oder ein behindertes Kind unter 14 Jahren hat, erhält einen Geschwisterbonus von 10%, mindestens aber 75 Euro. Bei mehreren Kindern kann der Geschwisterbonus die Höhe von 180 Euro pro Monat nicht überschreiten.
  • Bei Mehrlingsgeburten gibt es einen Bonus in Höhe von jeweils 300 Euro ab dem 2. Kind.
  • Das Elterngeld ist steuer- und sozialabgabenfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.


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