Private Krankenversicherung Lexikon

Ethikkommission

Das Ziel einer Ethikkommission ist die ethische, rechtliche und soziale Beurteilung von Forschungsvorhaben an Lebewesen und deren Schutz vor den Folgen klinischer Forschung. Die Ethikkommission setzt sich in der Regel zusammen aus Medizinern und Naturwissenschaftlern sowie Juristen und Theologen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass für beantragte Forschungsvorhaben die Ethikkommission vorher ein Votum dafür oder dagegen erstellt. In Deutschland wird dieses Verfahren für jede klinische Prüfung vor der Zulassung von Arzneimitteln vorgeschrieben.

Die gesetzlichen Grundlagen der Ethikkommission beziehen sich in Deutschland auf das Medizinproduktgesetz, das

Arzneimittelgesetz

sowie das Stammzellengesetz. Neben der rechtlichen Grundlage bilden sich auch außerhalb der Forschung Anwendungsbereiche, wie z.B. bei medizinischen Behandlungen im Bereich der Gentechnik. Hier gelten berufsrechtliche Richtlinien der

Bundesärztekammer

sowie die Berufsordnung der Landesärztekammern. Durch diese Regelungen werden Ärzte verpflichtet, sich vor der Anwendung bestimmter Behandlungsmethoden durch die Ethikkommission beraten zu lassen.
Auch bei Organspenden unter Lebenden muss eine eigens dafür zuständige Ethikkommission ein Gutachten erstellen, was durch das Transplantationsgesetz geregelt wird. Darüber hinaus bedeutet das Votum einer Ethikkommission ein vergleichsweise mildes Mittel, als zum Beispiel ein Verbot oder die Kontrolle durch Behörden.


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