Private Krankenversicherung Lexikon

Zuzahlungen

Bei Zuzahlungen im Krankenversicherungswesen handelt es sich um den Anteil, der im

Versicherungsfall

vom Versicherungsnehmer getragen werden muss. Die Höhe der Zuzahlungen wird gesetzlich oder vertraglich festgelegt, entweder als prozentualer oder absoluter Anteil. Ziel von Zuzahlungen ist, den Versicherten eine günstigere Prämie anzubieten, da von den Versicherungen nur der Betrag zu zahlen ist, der über die Höhe der Zuzahlungen hinausgeht. Ziel der Eigenbeteiligung von Patienten ist, die Kosten zu dämpfen, allerdings führen hohe Zuzahlungen dazu, dass Patienten von der Inanspruchnahme der Gesundheitsleistungen abgehalten werden. Fällt die Höhe der Zuzahlungen geringer aus, werden auch die Gesundheitsleistungen wieder in Anspruch genommen.

Seit 2004 müssen gesetzlich Krankenversicherte Zuzahlungen leisten für: Praxisgebühr, anteilig für Medikamente und

Hilfsmittel

, Krankenhausaufenthalt (max. 28 Tage) und Rehabilitationen (max. 42 Tage),

Heilmittel

, Fahrkosten und Haushaltshilfen.
Allerdings gilt für alle Zuzahlungen pro Kalenderjahr ein individueller Maximalbetrag, die sogenannte Belastungsgrenze. Diese Befreiung von Zuzahlungen ist abhängig von den verfügbaren Haushaltsbruttoeinkünften und beträgt 1 oder 2% dieser Einkünfte. Für Familienangehörige gibt es Freibeträge, ebenso für Familienmitglieder, mit chronischer Krankheit. Für Bezieher von ALG II (Hartz IV) ist die Höhe der Zuzahlungen auf 83,23 Euro pro Jahr begrenzt, dieser wird aus dem Eckregelsatz der Sozialhilfe ermittelt und dies sind zur Zeit 2% von 359 Euro x 12 Monate.


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